Die Geschichte von Brigitte

Die Geschichte von Brigitte

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich Brigitte fand. Es war ein gewöhnlicher Schultag, und während der Pause schlenderte ich durch den Schulgarten. Zwischen den vielen Stauden und Büschen entdeckte ich etwas, das sofort meine Aufmerksamkeit erregte: eine einzelne, pinke Blume, die sich inmitten der sonst eher unscheinbaren Pflanzen abhebt.

Ich nannte sie Brigitte. Anders als die typischen Blüten, die ich kannte, strahlte Brigitte in einem kräftigen Pink – fast so, als hätte jemand dem Leben selbst eine Prise Farbe verliehen. Neugierig nahm ich sie in die Hand, und es fühlte sich an, als ob sie mir auf ihre stille Weise Mut zusprach.

In den folgenden Tagen nahm ich Brigitte überallhin mit. Während des Unterrichts platzierte ich sie in meinem Federmäppchen oder legte sie auf den Fenstersims meines Klassenzimmers, wo das sanfte Licht ihre Farben intensiv leuchten ließ. Es war, als ob Brigitte immer da war, um mich daran zu erinnern, dass selbst ein gewöhnlicher Schultag etwas Außergewöhnliches bereithalten kann.

Mit der Zeit bemerkten auch meine Mitschülerinnen und sogar einige Lehrer die ungewöhnliche, pinke Blume. Einige fragten, was es mit ihr auf sich habe, und ich erzählte ihnen von dem besonderen Gefühl, das Brigitte in mir auslöste. Sie war mehr als nur eine Blume – sie war ein Symbol für Hoffnung und Freude, ein kleiner Lichtblick inmitten des oft grauen Alltags.

Ich fing an, in meinem Tagebuch festzuhalten, wie sich meine Stimmung veränderte, wenn ich Brigitte betrachtete. An stressigen Tagen, wenn die Prüfungen drückten und die Sorgen überhandnahmen, schenkte mir der Anblick der pinken Blume ein Gefühl der Ruhe und Zuversicht. Ihre leuchtende Farbe erinnerte mich daran, dass es immer etwas Schönes und Einzigartiges gab, selbst in den kleinsten Momenten.

Auch wenn Brigitte nur eine einfache, pinke Blume war, wurde sie für mich zu einem stetigen Begleiter – ein stiller, aber beständiger Freund, der mir half, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Und so trage ich die Erinnerung an diese besondere Begegnung immer in mir, als Erinnerung daran, dass es manchmal die kleinen, unerwarteten Dinge sind, die das Leben wirklich lebenswert machen.

Text / Foto: Badar / Vanessa